Fenstersteuer

Aber ohne den Staat, wer würde dafür sorgen, dass die Armen in der Dunkelheit leben müssen?

„In England wurde die Fenstersteuer zum ersten Mal 1695 erhoben, um die durch das Abfeilen von Münzen entgangenen Einnahmen zu ersetzen. Anfangs wurden für jedes Haus zwei Shilling erhoben, später wurden für Gebäude mit 10 bis 20 Fenstern vier Shilling und für mehr als 20 Fenster acht Shilling gezahlt. (…) Um Steuern zu sparen, mauerten deshalb immer mehr Hauseigentümer die Fenster ihrer Häuser zu, wodurch eine wachsende Zahl von Bürgern des Tageslichts beraubt wurden. Insbesondere in den ärmeren Stadtvierteln nahm dies mit der Zeit groteske Ausmaße an. Die in der Anfangszeit der Industrialisierung gebauten Mietskasernen waren wegen dieser Steuer nahezu fensterlos.“

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fenstersteuer#England

(Aber nein, die Fenstersteuer traf natürlich nur die kapitalistischen Miethaie mit ihrem dekadenten Glasprunk.)

Zweisprachigkeit

Wer sich bei der Rückfahrt aus der Adria-Badewanne, an der das Bild des deutschen Urlaubers schönerweise von Baden-Württembergern, Österreichern und Bayern geprägt ist, schon mal gefragt hat, warum die Ortsschilder mehrsprachig sind, dem liefert dieses Recherche- und Bildungsblog die folgende Antwort:

Das ist Friaulisch. Neben dem Italienischen ist diese Sprache (auch als Furlanisch oder Friulanisch bekannt) eine anerkannte Regionalsprache.

Darum steht auf den Schildern „Bibione/Bibion“, „Latisana/Tisane“, „Tagliamento/Tiliment“ usw.

Übrigens habe diese Orte auch oft noch deutsche Namen. So nannte man Udine bspw. „Weiden in Friaul“. Vielleicht ist es besser, dass das nicht auf den Schildern steht.

Brexit, Alter

Congratulations for your bold decision to destroy your own future, the future of your children and the future of our continent.

(…)

You chose the bleak future.

(…)

The young generation voted to remain in the EU. They just had their future stolen from them this night.

Auch, wenn man nicht Englisch kann: Das Ende der Welt, zumindest der britischen Welt steht vor der Tür. Und irgendwas mit Future. Jedenfalls naht eine Katastrophe aufgrund des Brexits. Unterhalb von Katastrophe und Untergang geht’s natürlich mehr. Eine derart verharmlosende Wortwahl verbietet sich vollständig.

Der Text stammt von Bengt Beier. Bengt Beier macht, wenn ich das so spektierlich zusammenfassen darf, Irgendwas mit Europa.

Was mich aber vor allem überrascht hat, ist die Aufschlüsselung nach Altersgruppen. Nicht, dass die Jungen eher für die EU und die Alten eher für die Demokratie gestimmt haben. Sondern, dass den jüngeren Briten eine Lebenserwartung von 90 Jahren zugebilligt wird, den heute schon Alten dagegen nur von 89 Jahren.

Faszinierend finde ich es schon, dass in einem vollverstaatlichten Gesundheitswesen wie dem im UK die Lebenserwartung der heute Jungen nicht wesentlich höher sein soll als die der Alten. Sozialismus tötet.